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So. Da habe ich nun endlich mein Passwort und kann meinem Mitteilungsdrang ungehemmt Genüge tun. Das habt Ihr jetzt davon. Wie schön, dass es Leute gibt, die mit elektronischer Kommunikation etwas anfangen können.
Ich habe die letzten Wochen und damit Jahre meines Lebens damit verbracht, mein geschätztes Mütterchen, das den Großteil des Jahres auf einer Sonneninsel zu verbringen pflegt (und das habe ich auch verdient!), von den Vorteilen eines Computers und damit der Welt des Email-Schreibens zu überzeugen. Meine Mutter, die jedwelches Telefonat, egal, ob sie mich, oder ich sie anrufe, mit den Worten »Du rufst mich ja auch nie an!« einleitet, und außerdem gern darüber jammert, dass ich ihr ja auch nie mal schreibe, wenn sie denn auf ihrer Insel weilt (Der Postbote liefert dort nicht aus), fand jüngst einen neuen Grund zur Klage. Eigentlich zwei ins eins. Ad 1: Alle Banken, Ärzte, Anwälte und sogar Freunde verlangen plötzlich ihre Email-Adresse. Ad. 2: Der Kurt (von Kurt und Karin) hätte jetzt einen Laptop und würde immer ganz viel Emails von seinen Kindern erhalten. Schön. Eine Email-Adresse hat Mütterchen auch. Hab ich ihr eingerichtet. Sie hat auch nur noch Visitenkarten und Briefpapier mit dieser Adresse. Soll sie den Banken, Ärzten, Anwälten und Freunden geben, ich lass ihr den Inhalt zukommen. (»Ha! Wo Du doch nie mal anrufst!«) Auch schön. Besorg ihr eben einen Computer. (»Zur Not. Aber dieses Internet-Zeugs will ich nicht, da kriegt man Viren von.«) -seufz- Aber ohne Internet keine Emails! (»Stimmt ja gar nicht! Kurt hat auch kein Internet und kriegt trotzdem Emails!«) Kurt hat mit Sicherheit Internet! (»Das wüsste ich! Der kann nämlich gar keine Flüge raussuchen, so wie Du das immer machst!«) -stöhn- Ich werd’ ihm die Adresse geben, dann kann er Dir die Zeiten ausdrucken. (»Kurt hat keinen Drucker.«) Egal. Willst Du jetzt einen Computer mit Internet? (»Was soll ich denn dann im Winter machen, wenn ich nicht auf meiner Insel bin? Und dann stapeln sich da die Emails?«) Du kriegst einen Laptop, dann kannst Du auch in Hamburg Deine Emails lesen. (»Ja, aber dann muss ich den Leuten ja immer sagen, dass ich jetzt in Hamburg bin, damit die wissen, wohin sie schreiben müssen!«)
-ächz- Gut. Gib Banken, Ärzten, Anwälten und Freunden Deine Email-Adresse, Kurt ruft die Emails auf und Du kannst sie da lesen und zur Not beantworten. (»Wieso kann Kurt meine Post lesen? Das geht den doch gar nichts an!«) -wäh!- Kurt kann Deine Post nicht lesen, er lässt Dich nur an den Computer, Du gibst ein Passwort ein, dass er nicht kennt, und dann liest Du ganz allein Deine Emails. (»Meine Post les ich zu Hause. Ich nehm’ sie einfach mit.«) Kurt hat keinen Drucker. (»Also, das ist mir viel zu kompliziert! Und Du würdest mir ja doch nicht schreiben, wo Du ja schon nicht einmal anrufst!«) -…-
OK - ich verschone Euch mit dem Rest. Das Ende ist eh klar: Mein verehrtes Mütterchen wird keinen Computer bekommen. Eher seh’ ich mich Kurt einen Drucker schenken…
Es grüßt gar artig das FrollnSchmoll
Das FrollSchmoll ist eine besser wissende Dame, falls sich jemand wundern sollte …
Dass sie in Hamburg wohnt, ist reiner Zufall.
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gez. d. OzBlogger